Psychodrama Austria – Angebote

Wirkfaktoren

Viele in anderen Psychotherapiemethoden gängige Arrangements (allen voran das Rollenspiel und die Aufstellungsarbeit) und Handlungstechniken stammen ursprünglich aus dem Psychodrama, was zeigt, dass das Potential des Psychodramas schulübergreifend erkannt wurde.

Ausgehend vom Prinzip der Begegnung wird der Mensch gesehen

  • als Handelnder in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen und Interaktionen,
  • als Mitverantwortlicher innerhalb des Systems der menschlichen Gemeinschaft,
  • als eigenverantwortlicher Mitschöpfer des Kosmos

 

Verliert der Mensch unter Beziehungs- und Interaktionszwängen seine Spontaneität und Rollenflexibilität, so wird seine gesunde Entwicklung gestört. Die Störung beeinträchtigt die psychische und somatische Gesundheit des Individuums, beeinflusst aber auch die sozialen Strukturen.

 

Ziel der Methode ist die Entfaltung und Erhaltung der Spontaneität und Kreativität des Handelns. Die Fähigkeit zu spontanem und kreativem Handeln ist Voraussetzung für die Fähigkeit, das Leben zufriedenstellend (mit-) gestalten zu können. Spontanes und kreatives Handeln wird verstanden als angemessenes Handeln in Verantwortlichkeit für sich selbst, für die Mitmenschen und für die menschliche Gemeinschaft insgesamt.

 

Klaus Grawe hat folgende (schulenübergreifende) Wirkfaktoren herausgearbeitet, die positiven Veränderungen aufgrund von Psychotherapie zugrundliegen:

  • Therapeutische Beziehung zwischen KlientIn und PsychotherapeutIn
  • Aktivierung der Ressourcen, die der/die KlientIn mit einbringt
  • Aktualisierung der Probleme in der Therapie, um sie bearbeitbar zu machen
  • Aktualisierung der Motive für (selbstschädigende etc.) Handlungen.
  • Bewältigung der Probleme durch Unterstützung in der Behandlung

 

Alle fünf Faktoren sind in der Grundstruktur des Psychodramas verwirklicht: In der Psychodramatherapie wird der Wichtigkeit der therapeutischen Beziehung über Berücksichtigung der sogenannten Begegnungsbühne (Pruckner 2002) Rechnung getragen. Da Psychodrama emanzipatorisch ist, wird der/die KlientIn mit seinen Ressourcen und Fähigkeiten angesprochen. Im psychodramatischen Spiel werden problembehaftete, belastende Szenen auf der Surplus reality wiedererlebbar (Problemaktualisierung) und die Urszenen des eigenen Rollenhandeln (Motive) erforscht. In einem „wahren zweiten Mal“ wird eine neue Rollengestaltung gesucht und entwickelt.