Psychodrama Austria – Angebote

Psychodrama

Psychodrama ist eine erlebnisorientierte Aktionsmethode. In ihrem Zentrum steht szenisches Denken und szenisches Handeln in Form psychodramatischer Aktionen auf der sogenannten „Surplus reality“.

J. L. Morenos Ziel war eine „Einladung zur Begegnung“. Der Mensch wird im Psychodrama als „role-giver“ und „role-receiver“ gesehen, der in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen verankert und damit auch Mitverantwortlicher innerhalb der menschlichen Gemeinschaft ist.

Psychodrama ist in der Arbeit mit Einzelpersonen, Paaren, Familien, kleinen und großen Gruppen, in verschiedenen Formaten (Beratung, Psychotherapie/Selbsterfahrung, Supervision/Coaching, Organisationsentwicklung) und mit allen Altersgruppen (Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Menschen) einsetzbar.

Typische für jede psychodramatische Arbeit ist das Denken und Handeln in folgenden Phasen: Erwärmung – Aktion – Integration. In der Erwärmungsphase wird mittels passender Warming up -Techniken die aktuelle Befindlichkeit und das jeweilige Thema erfasst und für die szenische Bearbeitung „erwärmt“. In der Aktionsphase findet die eigentliche Bearbeitung des Themas statt, in der Integrationsphase wird das Erlebte nachbesprochen.

Typisch für Psychodrama ist die szenische Bearbeitung von Themen auf der Spiel-/Aktions-Bühne. Diese kann gruppenzentriert oder protagonistInnenzentriert erfolgen. Bei gruppenzentrierter Arbeit wird ein Thema der Gruppe (kann auch ein Paar oder eine Familie sein), bei protagonistInnenzenrierter Arbeit ein Thema einer Hauptperson (ProtagonistIn) bearbeitet. Gruppenzentrierte Arbeit kann z.B. in Form von soziometrischen Aufstellungen oder eines Stegreifspiels erfolgen. ProtagonistInnenzentrierte Arbeit kann in Form einer protagonistInnenzentrierten Aufstellung oder eines ProtagonistInnenspiels erfolgen.

Bei einem ProtagonistInnenspiel werden für die wichtigsten Rollen Mitglieder aus der Gruppe ausgewählt, welche als Hilfs-Ichs die jeweiligen Rollen übernehmen und damit den/die ProtagonistIn unterstützen. Rollen können Menschen, Tiere, Pflanzen, Belebtes und Unbelebtes, Gefühle (Angst, Wut, Trauer, Schmerzen etc.), abstrakte Inhalte (Einsamkeit, Leere, Chaos-Gefühl, Gedächtnisverlust, Lernblockaden etc.) sein. Im Monodrama (psychodramatische Arbeit im Einzelsetting) werden dafür Gegenstände im Praxisraum als Hilfsobjekte verwendet.

Für die szenische Bearbeitung des Themas steht ein umfangreicher Methodenkoffer zur Verfügung, der aus einer Vielzahl von Arrangements und Handlungstechniken besteht, welche prozessorientiert eingesetzt werden. Diesen Techniken liegt eine differenzierte psychodramatische Entwicklungs- und Handlungspsychologie zu Grunde. Zentrale Handlungstechniken sind Szenenaufbau, Doppeln, Rollenwechsel und Rollentausch. Integrations-Techniken strukturieren die Nachbesprechung der Aktion und ermöglichen damit die Reflexion des Prozesses und die Integration des neuen Erlebens.

Ziel psychodramatherapeutischer Arbeit ist immer die Entfaltung und Erhaltung der Spontaneität als Voraussetzung für Kreativität in der Gestaltung der Lebensrollen und der Szenen des Lebens.